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Schüler der Wilhelm-Röpke-Schule diskutieren mit Landtagspräsidentin Muhterem Aras

Ettlingen –  Ordnungsrufe musste Landtagspräsidentin Muhterem Aras bei ihrem Besuch in der Wilhelm-Röpke-Schule in Ettlingen wahrlich nicht erteilen, als sie sich den Fragen von drei Klassen des Wirtschaftsgymnasiums stellte – es entwickelte sich nämlich eine spannende Gesprächsrunde.
In den gut eineinhalb Stunden bedienten die Schüler der Jahrgangsstufe 1 des Wirtschaftsgymnasiums die große Klaviatur der politischen Themen – diese reichten vom künftigen US-Präsidenten Trump und der AfD bis hin zur Familienpolitik, dem Brexit und der EU. Auch persönliche Fragen kamen bei der Diskussion nicht zu kurz. Dabei herrschte im Plenum des Klassenzimmers, bevor die 51-Jährige ans Rednerpult trat, eine gewisse Anspannung, denn wann besteht schon einmal die Gelegenheit, mit einem Politiker mehr als eine Stunde lang über verschiedene Themen zu diskutieren? „Wir sind gespannt, was kommt“, sagten die Schülerinnen Viktoria Grjbach und Carolin Vossenberg. Initiatorin des Besuchs war die Lehrerin Susanne Ludwig. Die Schule habe sich bei einem Programm des Landtags für den Besuch der Landtagspräsidentin angemeldet. „Es ist ein schönes Projekt, dass die Schüler einen Politiker hautnah erleben“, sagte Ludwig. Mit dabei waren auch die Landtagsabgeordneten für den Wahlkreis Ettlingen, Christine Neumann von der CDU und Barbara Saebel von den Grünen, die im Vorfeld der Diskussion den Schülern von ihrer Tätigkeit im Landtag berichteten.
Das Amt der Landtagspräsidentin sei ein sehr spannendes, das sie nicht mal gegen das des Ministerpräsidenten tauschen würde, und sie sei unglaublich dankbar, erklärte Muhterem Aras zu Beginn der Diskussion. Bei der Vielfalt an Themen müsse man sich immer auf Neues einstellen. „Das hält fit“, erklärte sie. Mit zwölf Jahren sei sie aus Ostanatolien nach Deutschland gekommen. Nach der Hauptschule folgten die mittlere Reife an einer kaufmännischen Schule und dann das Abitur an einem Wirtschaftsgymnasium. Danach studierte Aras Wirtschaft. Anfang der 1990er Jahre sei sie den Grünen beigetreten.
„Ich war einfaches Ortsverbandsmitglied und habe die klassische Ochsentour gemacht“, erzählte die zweifache Mutter. Ein Schüler wollte wissen, ob sie sich als Vorbild für gelungene Integration sieht. „Ich würde es bejahen, aber es gibt ja noch viele andere“, sagte Aras. Das Land biete viele und wunderbare Möglichkeiten. „Wenn man sich engagiert und Verantwortung übernimmt, dann schafft man das“, betonte sie. Bezüglich der parlamentarischen Arbeit beobachtet sie, dass die Stimmung rauer geworden sei – Beleg dafür seien mittlerweile vier Ordnungsrufe in dieser Legislaturperiode. Bezüglich der internationalen Politik hoffe sie, dass nach den Aussagen von Donald Trump („Jenseits von Gut und Böse“) das politische Amt den künftigen US-Präsidenten in die richtige Spur führe.
Bei familienpolitischen Fragen der Schüler wie nach gleichgeschlechtlichen Ehen sagte Aras, dass in diesen eine Adoption von Kindern möglich sein sollte. Dem pflichtete CDU-Frau Christine Neumann bei. Wenn Geborgenheit vermittelt würde und alle Bestände erfüllt seien, dass sich das Kind entfalten könne, sei es egal, ob es in einer klassischen Familie oder bei gleichgeschlechtlichen Partnern aufwachse.
Den Austritt Großbritanniens aus der EU bedauerte Aras. Jüngere Menschen, die gegen den Austritt waren, seien nicht wählen gegangen. „ Jede Stimme ist wichtig“, sagte sie.
„Die EU ist eine wichtige Errungenschaft, die wir nicht aufs Spiel setzen sollten“, betonte sie. Es sollten mehr solidarische Werte in den Vordergrund rücken. Schulleiterin Claudia Märkt zeigte sich am Ende der Diskussion beeindruckt. „Die Lebendigkeit und Authentizität hat mir gut gefallen“, sagte Märkt. Politik sei nichts  Langweiliges.
Text: BNN Patric Kastner
                          
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