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Podiumsdiskussion der CDU zum neuen Jagdgesetz

„Grün-Rot hat Jagdrecht auf den Kopf gestellt: Eigenverantwortung und
Engagement wurden den Jägern genommen!“
- Konsequenzen aus dem neuen Jagd- und Wildtiermanagementgesetz
Baden-Württemberg, Montag, den 07. März 2016, Sportpark Malsch
(Telefon 07246/941041)
Die CDU-Kandidatin  Christine Neumann  hatte eingeladen zur
Podiumsdiskussion  mit

- Dr. Jörg Friedmann, Landesjägermeister Landesjagdverband BW
- Thomas Hauck, Kreisjägermeister Jägervereinigung Karlsruhe e.V.
- Thomas Hahn, Leiter Hegering III (Ettlingen, Malsch, Rheinstetten)
- Thomas Kastner, Jäger


„Viele Füchse sind des Hasen Tod“ - Rund hundert Teilnehmer bei
Podiumsdiskussion der CDU zum neuen Jagdgesetz
„Überregulierte Fallenjagd“


Malsch. Im Endspurt des Landtagswahlkampfes hatte die CDU-Kandidatin im
Wahlkreis Ettlingen, Christine Neumann, am Montagabend zu einer
Podiumsdiskussion in den Sportpark Malsch eingeladen. Thematisiert wurden in
der knapp zweistündigen Veranstaltung die Konsequenzen aus dem äußerst
umstrittenen neuen Jagd- und Wildtiermanagementgesetz Baden-Württemberg.
Zwar waren sich die rund 100 teilnehmenden Jäger und Freunde der jagdlichen
Zunft im Kern darüber einig, dass die grün-rote Regierung das Jagdrecht im
Ländle auf den Kopf gestellt und damit den Jägern nahezu jegliche
Eigenverantwortung genommen hat, wirklich Erhellendes wurde in der von
Thomas Kastner, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Malsch, moderierten
Veranstaltung allerdings nicht zutage gefördert.
 
„Das neue Gesetz hat seine Chance verdient, muss aber in einigen Punkten
überarbeitet werden“, erklärte Landesjägermeister Jörg Friedmann vom
Landesjagdverband Baden-Württemberg, der die derzeit geltende Jagdruhezeit
in den Monaten März und April vor allem im Hinblick auf Schwarzwild scharf
kritisierte: „Ein Ruhekorridor ist im Grundsatz in Ordnung – allerdings
nicht für Schwarzwild. Diesen Luxus können wir uns in Anbetracht der extrem
steigenden Bestände und der damit einhergehenden Schäden in der
Landwirtschaft nicht erlauben.“ Breite Zustimmung erntete Friedmann für
seine deutlichen Aussagen nicht nur von den Zuhörern im Saal, sondern auch
von Podiumsmitglied Thomas Hauck aus Bretten, der das neue Gesetz als
„Moloch“ bezeichnete, das zwar über gute Ansätze verfüge, das aber auch
„riesige Hürden“ beinhalte, die „kaum zu bewältigen“ seien. „Das Gesetz muss
dringend entzerrt und entbürokratisiert werden“, sagte der Kreisjägermeister
der Jägervereinigung Karlsruhe.
Uwe Bratek vom Verein Ettlinger Jäger indes bezeichnete die Überpopulation
von Schwarzwild als „hausgemachtes Problem“, das auf zu viel Maisanbau
zurückzuführen sei. Friedmann wies den Einwand von Bratek mit den Worten
zurück, dass die Landwirtschaft schließlich „sehr großen ökologischen
Zwängen“ ausgesetzt sei. Ebenfalls stark kritisiert wurde das Verbot der
Jungfuchsjagd vom 1. August bis 28. Februar.
 
„Viele Füchse sind des Hasen Tod. Verlierer hierbei ist ganz klar das
Niederwild“, stellte Friedmann unmissverständlich fest. Ein Dorn im Auge war
einem der Jäger im Saal die „überregulierte Fallenjagd“, die dafür sorge,
dass Waschbär, Marder und Fuchs immer weiter in Wohngebiete vordrängen und
jegliche Scheu vor dem Menschen verlören.
 
„Ich habe gespürt, dass sehr viel Gesprächsbedarf vorhanden ist und alle
dialogbereit sind“, lautete das Fazit von Neumann.
 
Im Falle eines Wahlerfolgs versprach die 29-jährige Bruchhausenerin den
Teilnehmern der Podiumsdiskussion, deren Interessen zu bündeln und mit nach
Stuttgart zu nehmen. Andreas Kleber, BNN, 09.03.2016
2016-03-07-JagdG
EINE ÜBERARBEITUNG des Landesjagdgesetzes gefordert: Christine Neumann, Jörg
Friedmann, Thomas Hauck, Thomas Hahn und Thomas Kastner (von links).
 
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